Drei Gedanken zum heutigen Tag – Die volle Breitseite

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Liebe sehr geehrte hallo Agentur C

Ja, eure Plakate gehen mir schon lange auf den sackigen Senkel. Aber ich habe gelernt, sie zu übersehen, mich nicht mehr aufzuregen über ihre, wie soll man sagen, aufgezwungene, mich jenseits der gesunden Dezibelgrenze anschreienden Religiosität. Denn bezüglich Glauben sollte meiner Meinung nach jeder selber wissen, was und wieviel zu viel gut für ihn ist, ich bin da, sagen wir mal, kathegnostikeutralegal. Trotzdem stösst mir der, sicher aus dem Zusammenhang gerissene, aber gerade deswegen anstössige Spruch:

„Es ist besser, Gott zu vertrauen, als sich auf Menschen zu verlassen.“

extrem sauer auf. Das Plakat sagt mir also so schön zur Adventszeit, meine Freunde, meine engsten Verwandten und Kollegen, die sind eigentlich nichts wert. Obwohls dann woanders wieder heisst, dass der Herr durch Menschen wirkt. Ja was denn jetzt? Egal. Oder eben: kathegnostikeutralegal.

So oder so: meinem Verständnis von christlicher Nächstenliebe gemäss wäre die Unsumme an Geldern, die für diese Plakatkampagne ausgegeben wurde, in einem Hilfswerk besser aufgehoben.

Herzlichst

Euer mib

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Liebe Redaktion von „50 plus“

Ihr leistet ja wahre Pionierarbeit mit euren Seniorenmagazinen, auch wenn das Heft in der Form längerfristig keine Zukunft hat, da meine Generation in dem Alter alles per Holotouch-Internetz konsumieren wird. Ich will hier dennoch einen Gedankenanstoss für eine Reportage bringen, bevor ihr weitere Unzillionen Druckerschwärze an Wohlfühl-, Gesundheits- und Fältchenweg-Artikel verschwendet. Der Titel würde in etwa so lauten:

„Sensationelle Entdeckung: die Migros hat auch unter der Woche geöffnet, stellenweise sogar bis acht Uhr“.

Weil was ich am letzten Samstagmorgen inmitten grauer Panther alles erleben durfte an Gedrängel, Einkaufswagenrempeln und ätzendem Hardcoresmalltalk („Wie gahts am Rüedi? Seisch en Gruess dehei!“) ist nun wirklich geradezu obszön. Da muss man was machen. So pro-aktiv und so.

Euer mib (50 Minus)

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Liebe Universal Studios Schweiz

Eigentlich wollte ich ja eine E-Mail schreiben an eure Hauptstelle im schönen Schlieren. Aber ihr wollt offenbar keinen Kontakt mit mir. Oder irgendjemandem. Weder verfuegt ihr ueber eine Website, noch über Telefonnummern und auch nicht über dieses moderne E-Mail, oder ihr verfügt schon über so was, aber das ist alles ströng gehöim.

Existieren tut ihr aber schon auf die eine oder andere metaphysische Weise, denn irgendein Vollpfosten bei euch muss ja auf die geniale Idee gekommen sein, die kleine Filmperle „Scott Pilgrim versus the World“ des bald heiliggesprochenen Regisseurs Edgar Wright („Shaun of the Dead“, „Hot Fuzz“) nach halbjährlicher (USA) beziehungsweise monatelanger (‚Schland) Verspätung hierzulande gleichzeitig mit dem neuen Potter zu starten. Dementsprechend leer war dann auch die Premierevorstellung. Ich hatte ja trotzdem meinen Spass, zusammen mit den anderen wenigen Zuschauern, die den Streifen nicht schon, genervt von der langen Wartezeit, im August aus dem Netz geladen haben. Aber offenbar wollt ihr halt kein Geld verdienen, was in der heutigen Zeit und so kurz vor Weihnachten zwar sehr nobel ist, aber auch ein wenig blöd.

Gute Besserung

Euer mib

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mib blogt wöchentlich über Dieses und vor allem Jenes. Jeweils mittwochs, sonst halt später. Zu finden unter mib1981.wordpress.com,www.students.ch oder auf seinem facebook-profil. Er freut sich über jeden Kommentar und oder Nachricht und beantwortet diese falls gewünscht meistens freundlich.

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