I feel like roadkill

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Gestern abend lag ein toter Igel auf dem Parkplatz des Mühlematteinkaufzentrums in Oberwil BL. Sein Bauch war aufgeplatzt und gab den Blick frei auf das blutige gedärmige Innere oder was davon übrig geblieben war, denn ein beachtlicher Teil des vormals Inneren hatte sich offenbar spontan dazu entschieden, auch mal von der doppelten Anzahl Cumuluspunkten profitieren zu wollen, kam dabei aber nicht allzu weit. In ein-zwei Metern Abstand war eine vierköpfige Familie grad damit beschäftigt, ihre Einkäufe in den grosszügig bemessenen Kofferraum ihres Urban-Offroaders zu packen. Die beiden Kinder im Grundschul- und Kindergartenalter starrten mit unverhohlener Faszination, wie sie Kindern nun mal so eigen ist, auf die kostenlose Zurschaustellung tierischer Anatomie. Unter uns: ich hab mit dem Gedanken gespielt, dem Jugendschutz zu telefonieren, liess es dann aber doch bleiben, die beiden Racker haben sowas sicher schon tausendmal in ihren Killerspielen gesehen.

Jedenfalls wollte ich mich grad in die feierabendliche, rentnerschwangere Einkaufsmeute stürzen, da vernahm ich folgenden, kurzen Dialog:

Knirps: „Du Papi, wie cha so öppis passierä?“
Papi, leicht genervt: „Das isch ganz natürlich, das cha vor cho.“

Ach. Es ist also ganz natürlich, mit überhöhter Geschwindigkeit auf den Parkplatz zu fahren, dabei zu telefonieren und kleine wehrlose Viecher plattzufahren. Schön, wenn heute bei der Erziehung noch echte Werte vermittelt werden.

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