Bürgerpflicht

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Ein kurzer Text ohne jegliche Moral, tieferen Sinn oder bewusstseinserweiternde Message, in dem der Autor wild vor sich hinfabuliert und sich in leidenschaftlicher Art und Weise nicht zufrieden gibt mit dem Status quo. In anderen Worten: dasselbe wie immer, aber in anderer Verpackung.

Eigentlich wollte ich heute etwas zum Thema Steuererklärung schreiben, was für eine Zumutung das ist, jedes Jahr derselbe idiotische Papierkram. Ueberhaupt sollte mal jemand ausrechnen (jemand, nicht ich), wieviel Zeit im Leben für so administrativen Beamtenbockmist draufgeht, von der Wiege bis zur Bahre, Formulare Formulare, wie der Volksmund so schön sagt, wenn ihm nicht grad mit selbigen das Maul gestopft wird.

Doch dann hab ich meinen eigenen Text angegähnt, was nie ein gutes Zeichen ist. Denn, so eine Steuererklärung, das gehört so ziemlich zum einschläferndsten, was dem heute ja eh schon verweichlichten Jäger und Sammler – Mann im gefahrbereinigten Leben so begegnen kann. Väterchen Staat gibt sich ja auch wirklich alle Mühe, die Existenz seiner Bürger so langweilig wie möglich zu machen. Für fast alles gibt es ein Gesetz, eine Regelung oder gleich ein Verbot (mit einer aktuellen Tendenz in letztgenannte Richtung) . Nun gut, kann man sich jetzt sagen, das ist ja alles nur zu meinem Besten. Das Problem ist nur, sobald jemand für mich „nur das Beste“ will, dann klingt das in meinem paranoid angehauchten Oberstübchen immer so in etwa wie „wir verarschen dich nach Strich und Faden, aber mach dir keine Gedanken darüber, ist besser so“. Vielleicht WILL ich gar nicht nur das Beste für mich, lieber Staat. Vielleicht gibt mir beispielsweise die Vorstellung, nicht krankenversichert zu sein, frühmorgens genau den richtigen Kick Adrenalin, um in die Gänge zu kommen. Sprich, vielleicht brauche ich eine Prise Risiko im Alltag, vielleicht…

Ja, genau, vielleicht sollte man das Steuerzeug halt einfach ein wenig aufpeppen. Wie wärs beispielsweise mit einem Gutschein für einen Bundeshausbesuch für jede rechtzeitig abgeschickte Steuererklärung? Eventuell sogar mit Sitzung und Apéro? Auch möglich wäre eine Teilnahme am Bundesratsreisli! Oder wir lassen uns gleich von US-Präsident Obama inspirieren, der mit seinem kanadischen Amtskollegen Wetten abschliesst (leider gings da nur um eine banale Kiste Bier und nicht um etwas in der Art von „der Verlierer übernimmt des Gewinners Gesundheitssystem“ oder so). Bei uns müsste man aber schon einen etwas höheren Einsatz liefern, kompletter Steuererlass für ein Jahr zum Beispiel. Dazu müsste man irgendeine aktuelle Frage beantworten wie „Schaffen wir es noch dieses Jahr, Max Göldi aus Libyen rauszuholen?“

Gut, das wäre wiederum zu einfach und der Staatsbankrott unausweichlich. Dann müssten wir allerdings auch keine Steuererklärungen mehr ausfüllen.

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