Einmal waschen, bitte

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Es gibt Menschen, die haben in Bezug auf ihr Äusseres einfach aufgegeben. Sie sind eigentlich nicht hässlich und beleibe nicht arm, aber sie scheinen auf Kriegsfuss mit Fremdwörtern wie „Hygiene“, „Haarbürste“ oder „Deodorant“ zu stehen. Vielleicht wollte mir die Kundin mittleren Alters aber auch einfach etwas vermitteln, eine Art „World-Weariness“, eine „been there, done that“-Attitüde. Sieh her, du verweichlichter Schönwetter-Bürogummi, schau mich an. Ich trage diesen muffligen Faserpelz schon seit 20 Jahren bei der Arbeit auf dem Feld, mein unterm ausgewetzten Poloshirt hervortretender Hängebauch hatte schon mehrere Untermieter und mein Damenbart symbolisiert Freiheit. Ich bewege mich in der freien Natur, bin mit Fuchs und Hase auf Du und Du, habe meine körperlichen Ausdünstungen akzeptiert und meine Klamotten werden ausgetragen bis sie entweder versteinert sind, zu Staub zerfallen oder beides. Was dagegen, du neumodische Socke der nachrückenden Generation?

Nein, eigentlich nicht, aber ich mach trotzdem mal das Fenster auf. Zum Lüften.

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