Das Übel

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Es ist gross, grün und hässlich. Seit kurzem steht es in meinem Regal, glotzt mich aus hohlen Lettern leblos an, mit jeder Faser ein fleischgewordenes Synonym für alles Übel dieser Welt.

Wie bei vielen Übeln war auch mein grosses, grünes und hässliches Übel einmal klein, dezent und wurde von Menschen mit den guten Absichten entwickelt, der Gesellschaft zu helfen, ihr einen besseren Überblick zu verschaffen. Zwar tut das Übel dies auch heute noch, aber nicht mehr mit einem angenehmen Flüsterton, hörbar für jene, die seinem säuselnden Klang Beachtung schenken wollen, sondern mit lautem Geschrei der holzhammerigen Art. Das Übel fiel mir gleich auf im Laden um die Ecke, wo es, umringt von seinen blauen, roten und weissen Artgenossen auf den Gestellen hockte, dick, breit und fett, jedem Kunden das Gefühl gebend, er würde, sollte er denn nach ihnen greifen, etwas verbotenes, sündhaftes, gar schmuddliges tun. Ich tat es trotzdem, interessierte ich mich doch weniger für die Äusserlichkeiten, sondern für die inneren Werte, welche das Übel geschickt zu verbergen versuchte.

Nun steht es also bei mir daheim im Regal, und jedesmal, wenn ich mir zuhause nun Hellboy 2 ansehen will, oder später Filme wie den aktuellen Bond, Madagascar 2, Watchmen…immer wird es mir in seiner jeweiligen Version seine hässliche, packungs- und artworkverschandelnde Fratze zeigen.

Aber vielleicht haben wir es nicht anders verdient, das neue übergrosse Altersfreigabesiegel der deutschen FSK.

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