Das Ende der 20 – Jetzt erst recht!
Da ist er, der letzte Tag mit einer Zwei am Rücken, und er beginnt wider Erwarten recht unspektakulös. Sogar das aufstehen aus dem wohlig-wühligen Bett klappt recht gut, trotz der unchristlichen Uhrzeit, aber erfreulicherweise scheint draussen schon die Sonne. Ein absichtlich kurzer Blick in den Spiegel lässt mich erleichtert aufatmen. Ja, das sieht immer noch annehmbar aus und nein, ich persönlich würde mich nicht auf hart Ende Zwanzig schätzen, mehr so mittig halt. Trotzdem wage ich es nicht, das Licht anzumachen und stürze mich lieber auf einen gepflegten Teller Knuspermüesli. Soll ja schlecht sein für die Libido, sagt der Blick*, aber das jodelt mir um diese Uhrzeit grad gepflegt am Hinterteil vorbei. Ausserdem bin ich etwas spät dran, also ab in die Klamotten und raus an die frühfrühlingshafte Kälte.
An der Tramstation macht sich der ÖV einen Spass daraus, mir vor der alternden Visage wegzudüsen, also warte ich bibberige 8 Minuten auf das nächste 10er Tram, welches ich schliesslich zusammen mit dem Wanderuusflugsausschuss des örtlichen Frauenvereins besteige. Ich schnappe mir den letzten übrig gebliebenden Zweisitzer und freue mich nur begrenzt darüber, dass sich sogleich eine dezent muffelnde ältere Dame neben mich kuschelt, die wohl heute morgen kein Müesli gegessen hat. Folglich mache ich mich möglichst klein und gehe auf Tuchfühlung mit der kalten aber immerhin geruchsneutralen Tramwand. Die Pendlerbibel 20 Minuten warnt mich einige Augenblicke später vor der radioaktiven Wolke aus Japan, welche heute die Schweiz überqueren soll. Voll die Panikmacherei. Und sie scheint auch zu wirken, denn warum sonst lese ich beim gegenüberliegenden Blick-Am-Abend Werbeplakat „Reaktor für einen Tag“ statt „Redaktor für einen Tag“?
Frisch aus dem Tram gehüpft ertappe ich mich bei meinem neuen Ritual, das darin besteht, in Gedanken mein Bürogebäude explodieren zu lassen. So mehrstufig, erstmal die oberen Etagen und dann stakkatomässig nach unten Rattatatabumm-bumm-badabumm. Bei einer möglichst effektvollen Sprengung wäre ich mittlerweile der Experte, aber leider existiert zu so einem sicherlich sehr befriedigenden Beruf noch kein ensprechender Lehrgang. Oder er wird vor mir geheimgehalten, weil ich einfach zu gut wäre darin. Ich seufze und betrete den Eingang mit einer Drehtüre, die sich wie immer asynchron disharmonisch zu meinem Schrittempo in Bewegung setzt, weshalb ich immer kurz innehalten muss, um nicht in eine der lustig drehenden Scheiben zu laufen. Auf jeder dieser Scheiben klebt noch breit und fett ein Anti-Baby und Anti-Hund Warnsticker, die dürfen hier anscheinend nicht rein, die Glücklichen. Ich nehme mir vor, im nächsten Leben bei der Wahl des Organismus mit mehr Weitblick und Bedacht vorzugehen.
Meine Laune bessert sich erst bei einem spontanen Entscheid (trotz meines Alters noch jung! dynamisch!) im Foyer: Um der schleichenden osteoporisierung meiner Knochen vorzubeugen nehme ich heute ausnahmsweise nicht den Lift, sondern die Treppe. Und tatsächlich: es klappt noch ganz gut mit dem Aufstieg, fast asthmaanfallsfrei komme ich im ersten Stock an. Erfolgstrunken erwäge ich die Teilnahme am „Tower Run“, dem Treppenmarathon im Basler Messeturm, dem höchsten Gebäude der Schweiz. Langsam sehe ich auch mein morgiges rundes Wiegenfest in einem neuen Licht: wäre das nicht auch die Chance auf einen Neuanfang, die Gelegenheit, all die über die Jahre aufgeschobenen Träume und Wünsche endlich in die Tat umzusetzen? Sich ein Sixpack anfuttern! Einen Baum pflanzen! Herr Pascal Merz aus Sursee ein Leserbriefverbot erteilen! Mehr Blogbeiträge schreiben! Weniger Müesli essen! Eine Staffel “24″ an einem Stück ansehen!
Mit einem Lächeln auf dem Gesicht starte ich meinen Tag im Büro. Ja, ich habe noch Ziele und Perspektiven im Leben, zunehmender körperlicher Verfall zum Trotz. 30, bring it on!
* http://www.blick.ch/life/essenundtrinken/aus-der-kueche-ins-schlafzimmer-100-sex-168940
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mib blogt über Dieses und vor allem Jenes, wann immer es ihm gerade in den Kram passt. Zu finden unter http://mib1981.wordpress.com/, http://www.students.ch/ oder auf seinem facebook-profil. Er freut sich über jeden Kommentar und oder Nachricht und beantwortet diese falls gewünscht meistens freundlich.
Weniger ist mehr
Liebe Leser und Lesereusen
Meine neue Art der Lebensführung in Form von ausschweifenden groupielastigen und drogengeschwängerten Parties (nicht zu verwechseln mit groupiegeschwängerten und drogenlastigen Parties) verbietet es mir leider momentan, meinen Blog in gebührender und lesergerechter Weise zu führen. Dazu kommt noch der neue Job, damit verbundene Pendlerei sowie der Haushalt, ach, der Haushalt. Ich kann jedoch versprechen, dass sich diese unselige Blogunlust demnächst legen wird. In spätestens einem Monat oder so. Trotzdem: hier noch ein kleines Beiträgelchen, aus aktuellem Anlass, wie man so schön sagt.
Weitsichtig. Nachhaltig. Proaktiv. Die Worthülsen schlagen wieder zu und sie werden einem heuer von jeder sonst so unscheinbaren Strassenlampe entgegengeschmettert. Und ist mal keine Strassenlampe da oder der Abstand von einer zur nächsten grösser als fünf Meter, werden eiligst zusätzliche Werbeflächen mittels Holzschildern in den Boden gestampft. Manchmal ist das erheiternd, wenn beispielsweise Urs Wüthrichs offensichtlich gebleichte Beisserchen intensiv (“im Spannungsfeld!”) mit der durch einen Druckerfehler ins schinkenähnliche verschobenen Gesichtsfarbe kontrastiert. Oder auch mal geschmacklos, wenn so kurz nach der Waffenschutzinitiative die Plakate schiessbudenfigurengleich (“lösungsorientiert!”) auf einer Hügelkuppe platziert werden und sich vorbeituckernde Autofahrer wie ich instinktiv unter das Armaturenbrett werfen, aus Angst, versehentlich ins Übungsgelände des örtlichen Schützenvereins gelangt zu sein. Kurz: es stehen wieder Wahlen an im kantönligen Schweizer(basel)ländle. Und das noch gleichzeitig mit der Fasnacht. Das kann nicht gut gehen.
Die Frage ist die: interessiert sich überhaupt jemand für die anstehenden Wahlen? Bei einer Podiumsdiskussion mit den prominenten Kandidaten anfangs Woche in Liestal fanden gerade mal an die 50 Leute Zeit und Musse zu einer Teilnahme. Man erklärte sich das mit dem Termin, den heutzutage vielfältigen Informationsmöglichkeiten und dass das „Event“ auch live im Radio zu hören war. Denn die Bevölkerung sei nämlich schon politisch interessiert. Man kann ja schlecht sagen, dass sie es eben nicht sind, sonst würde man potentielle Wähler vor den Kopf stossen. Wäre aber auch möglich, das man zwar schon interessiert ist, aber auch übersättigt? Vielleicht sogar ein wenig angewidert? Und das wäre kein Wunder bei dem momentanen Überfluss an Wahlpropaganda.
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mib blogt über Dieses und vor allem Jenes, wann immer es ihm gerade in den Kram passt. Zu finden unter http:mib1981.wordpress.com/, http://www.students.ch/ oder auf seinem facebook-profil. Er freut sich über jeden Kommentar und oder Nachricht und beantwortet diese falls gewünscht meistens freundlich.//
I’m lovin’ it
Vor einigen Tagen hat eine Kollegin von mir auf ihrem Blog ziemlich lauthals gegen McDonalds gewettert, zu lesen hier: http://tinyurl.com/24dwfmf. Fazit des emotional aufgeladenen Texts: Der Fastfoodriese, dort despektierlich mit “McDoof” benamst, unterstützt zwar mit seinem eigenen Hilfswerk kleine Kinder in Not, ist im Hintergrund aber auch verantwortlich für, gelinde gesagt, unartgerechte Tierhaltung. Ich gebe zu, ich war ein wenig genervt, weniger ob der unumstrittenen Tatsache, das in Sachen artgerechter Nutztierhaltung hierzulande und anderswo erst Recht noch einiges getan werden muss, sondern viel mehr ob der wenig differenzierten Ansicht, das die bei McDo’ alles tierschändende geldgeile Saukerle sind.
Ich habe darauf einen polemischen und einen zweiten meiner Ansicht nach etwas sachlicheren Kommentar verfasst und dachte, damit sei die Sache, pardon, gegessen. Offenbar habe ich aber einen Nerv getroffen, denn um halb Mitternacht erreichte mich via Facebook eine dezent unfreundlich formulierte Nachricht eben dieser Kollegin, worin sie mich dezent geisselt, das es Themen gäbe, wo der Spass aufhöre und meine Gleichgültigkeit zu eben diesem Thema stosse bei ihr dezent auf Unverständnis. Spätestens hier wurde mir bewusst, das offenbar selbst mein etwas sachlicherer Kommentar dezent falsch verstanden wurde, weshalb ich nun beschlossen habe, meinen Standpunkt hier dezent öffentlich mit fehlerhafter Rechtschreibung und mäandernden Satzungetümen ausführlich darzulegen.
Ich liebe Tiere. Wirklich. Ich habe geweint, als King Kong starb. Und ich habe die Schockreportagen mit gemästeten, kastrierten und himmeltraurig zugerichteten Tieren, die dann und wann ihren Weg in eine Newssendung finden, auch gesehen und sie machen mich jeweils stinksauer, dicht gefolgt von einem Gefühl der Ohnmacht. Denn ich kann herzlich wenig dagegen tun, die Bilder stammen so gut wie nie von Herrn Hubers Bauernhof um die Ecke, selten aus dem näheren, des öfteren aus dem ferneren Ausland. Sicher ist auch hierzulande nicht jeder Bauernbetrieb ein Musterbeispiel in Sachen Tierhaltung, aber genausowenig ist ausnahmslos jeder Zulieferer von Chicken McNuggets ein Hühner-KZ.
Es gibt sie eben nicht, die “böse Firma”. Leider, muss man sagen, denn wäre so nicht alles einfacher auf der Welt? Speziell McDo’ muss laufend herhalten für alles Übel, die Marke steht für die pure Amerikanisierung, für Globalisierung, für ungesundes Essen, für rücksichtslosen Kapitalismus und für industrialisierte Fleischverarbeitung. Im Ernst, mir tun die Mitarbeiter und speziell die Marketingabteilung, die ihre Marke laufend neu erfinden und positionieren müssen, mittlerweile richtig Leid. Zumal McDonalds Schweiz nichts damit zu tun hat, wie die in Amerika ihre Rinderhaltung handhaben. Aber in der öffentlichen Wahrnehmung gibt es halt nur EINE Firma und die hat genau EINE zentrale Zulieferstelle und die sitzt irgendwo im Lande Mordor, wo die Schatten droh’n, und da sitzt genau im höchsten Turm ein fettleibiger, kubanische Zigarren paffender Dr. Evil, der frühmorgens mit seiner doppelstöckigen Limousine kleine Kätzchen überfährt. Ach. Bitte.
Vielleicht bin ich ein wenig naiv, aber ich glaube, die meisten Bauernbetriebe, ob Mc-Zulieferer oder nicht, bemühen sich um eine artgerechte Nutztierhaltung. Sofern es ihnen finanziell möglich ist. Wenn es nach mir ginge, würde sowieso jede Kuh das beste Gras, jedes Huhn die besten Körner und jedes Schwein das beste..äh..Tiermehl bekommen. Bis es soweit ist, können wir, und da gehe ich mit meiner Kollegin voll und ganz einig, unseren Fleischkonsum auf ein vernünftiges Mass reduzieren und vor allem lokale Erzeugnisse unterstützen. Ab und zu ein wenig Fast Food liegt aber durchaus drin.
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mib blogt über Dieses und vor allem Jenes, wann immer es ihm gerade in den Kram passt, macht jetzt aber erst Mal ein-zwei Wochen Ferien. Zu finden unter http://mib1981.wordpress.com/, http://www.students.ch/ oder auf seinem facebook-profil. Er freut sich über jeden Kommentar und oder Nachricht und beantwortet diese falls gewünscht meistens freundlich.
Emo-Blog
Einer meiner nicht wenigen Lebensträume: ich möchte mal einen Dokumentarfilm drehen. So einen mit freier eingerahmter Natur, vorzugsweise in der afrikanische Savanne, da kreuchts und fleuchts so fröhlich vor sich hin, dass es nur darauf wartet, eingefangen, digitalisiert und jutiubisiert zu werden. Mein Film hätte atemberaubende Landschaftsaufnahmen, sensationelle Bilder der lokalen Tierwelt und sensationsschwangere Einblicke in die primitiven Gebräuche halbnackter Eingeborener. Soweit, so BBC und SFernweh. Mit einem entscheidenden Unterschied: während die bei der BBC und bei National Geographic einfach nur teilnahmslos im Busch hocken, wenn vor ihrer Kamera ein Baby-Gnu von einem gefrässigen Schwarznasenpuma gebissen wird, knalle ich das fleischfressende Mistvieh kurzerhand über den Haufen. Und das arme Elefantenbaby, das kurz vorm Verdurstungstod in der Wüste herumirrt, wird von mir kurzerhand in den nächsten Swimmingpool verfrachtet. Der Krokodilsumpf trockengelegt, damit das arme kleine schnusige Löwenbaby heil herauskrabbeln kann. Kurz: mehr Disney braucht die Fauna.
Denn es ist höchste Zeit für ein wenig Gerechtigkeit im Tierreich. Auch Mutter Natur muss lernen, dass sie nicht über den Gesetzen steht. Man muss endlich eingreifen! Entweder dies oder ich schau in Zukunft einfach keine Discovery-Channel Sendungen mehr, das nimmt mich emotional offenbar immer zu sehr mit. Und nein, den Tod von Bambies Mutter hab ich auch noch nicht verarbeitet. Daran ist aber nicht Disney Schuld, sondern Trudi Gerster.
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mib blogt wöchentlich über Dieses und vor allem Jenes. Jeweils mittwochs, aufgrund von vorweihnachtlichem Stress heuer ein wenig spät. Zu finden unterhttp://mib1981.wordpress.com/, http://www.students.ch/ oder auf seinem facebook-profil. Er freut sich über jeden Kommentar und oder Nachricht und beantwortet diese falls gewünscht meistens freundlich.
Ivan, das schwarze Schaf
Jeder hat es insgeheim im Vorfeld vermutet, aber am Ende waren doch alle überrascht: die Ausschaffunsinitiative krimineller Ausländer wurde angenommen, der gemässigtere Gegenvorschlag abgeschmettert. Die Empörung auf links-alternativer Seite war gross, Rufe und Parolen wie “Nieder mit dem Fascho-Staat” wurden in der darauffolgenden kristallklaren Nacht noch durch Bern und Zürich geschleift, dramaturgisch wirksam garniert mit dem einen oder anderen eingeschlagenen Schaufenster. Es ist es ja schliesslich schon lange kein Geheimnis mehr, das alle Ladenbesitzer durchs Band rechts-bürgerlich wählen.
Nein, die Abstimmungsresultate waren nicht in meinem Sinne. Aber wenn man nun zu hören und lesen bekommt, mit welcher Naivität hochrangige Mitglieder der SP die Niederlage ihrer Partei kommentieren, übersteigt das den Fremdschämfaktor von “Bauer ledig sucht” und “Kampf der Chöre” um ein vielfaches. So schreibt beispielsweise der Präsident der Berner SP, Roland Näf, auf seinem Facebook-Profil:
“Mehr Gerechtigkeit bei den Steuern ist mit Millionen gebodigt worden. Die Superreichen haben sich mit Unsummen durchgesetzt: Demokratie ist käuflich, das macht mir Sorgen. Das Gleiche ist der SVP mit Blochers Millionen gelungen. Viel Geld wurde für das Ja zur Ausschaffungsinitiative bezahlt, mindestens 30 Mal mehr als die GegnerInnen zur Verfügung hatten.”
Schliesslich besteht die Riege der SP-Parteispitze ja nur aus armen Schluckern aus den Berner Favelas, während die bösen Blochers von der SVP sich von der Zürcher Goldküste den dicken Kapitalistenwanst vollschlagen. Dass die SP-Plakate zur Steuerinitiative und Anti-Ausschaffung an optischer Lahmarschigkeit nicht zu übertreffen waren, auf die Idee kommt offenbar niemand. An das Bild des “schwarzen Schafs” oder von “Ivan S., dem eingeschweizerten Vergewaltiger” erinnert sich, so peinlich und simpel sie in ihrer Plakativität auch sein mögen, jeder. Die Motive sind sogar so einprägsam, dass selbst die vermummten Demonstranten am letzten Sonntagabend in abgewandelt-parodierter Form auf sie zurückgreifen mussten.
Natürlich spielt, und davon bin ich überzeugt, die Wahl des Plakatmotivs beim demokratischen Entscheid von Herrn und Frau Schweizer nur eine nebensächliche Rolle. Das die Partei mit dem lustigen Sünneli es meisterhaft versteht, die Sorgen und Ängste des konservativeren Teils der Bevölkerung zu instrumentalisieren, trifft allerdings zu. Geld spielt dabei aber eine höchst nebensächliche Rolle.
Vielleicht zeigt sich im Abstimmungsresultat aber auch das Bedürfnis der Bevölkerung nach mehr Verständnis und Kommunikation. Schliesslich werden auch in Zukunft Gewaltdelikte aller Art die Nation heimsuchen, aber zumindest versteht man als Opfer nun eher die Beleidigungen, die einem der gute schweizer Kriminelle dabei an den Kopf wirft.
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mib blogt wöchentlich über Dieses und vor allem Jenes. Jeweils mittwochs, diesmal ein wenig früher. Zu finden unter http://mib1981.wordpress.com/, http://www.students.ch/ oder auf seinem facebook-profil.Er freut sich über jeden Kommentar und oder Nachricht und antwortet darauf falls gewünscht meistens freundlich.
Drei Gedanken zum heutigen Tag – Die volle Breitseite
Liebe sehr geehrte hallo Agentur C
Ja, eure Plakate gehen mir schon lange auf den sackigen Senkel. Aber ich habe gelernt, sie zu übersehen, mich nicht mehr aufzuregen über ihre, wie soll man sagen, aufgezwungene, mich jenseits der gesunden Dezibelgrenze anschreienden Religiosität. Denn bezüglich Glauben sollte meiner Meinung nach jeder selber wissen, was und wieviel zu viel gut für ihn ist, ich bin da, sagen wir mal, kathegnostikeutralegal. Trotzdem stösst mir der, sicher aus dem Zusammenhang gerissene, aber gerade deswegen anstössige Spruch:
“Es ist besser, Gott zu vertrauen, als sich auf Menschen zu verlassen.”
extrem sauer auf. Das Plakat sagt mir also so schön zur Adventszeit, meine Freunde, meine engsten Verwandten und Kollegen, die sind eigentlich nichts wert. Obwohls dann woanders wieder heisst, dass der Herr durch Menschen wirkt. Ja was denn jetzt? Egal. Oder eben: kathegnostikeutralegal.
So oder so: meinem Verständnis von christlicher Nächstenliebe gemäss wäre die Unsumme an Geldern, die für diese Plakatkampagne ausgegeben wurde, in einem Hilfswerk besser aufgehoben.
Herzlichst
Euer mib
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Liebe Redaktion von ”50 plus”
Ihr leistet ja wahre Pionierarbeit mit euren Seniorenmagazinen, auch wenn das Heft in der Form längerfristig keine Zukunft hat, da meine Generation in dem Alter alles per Holotouch-Internetz konsumieren wird. Ich will hier dennoch einen Gedankenanstoss für eine Reportage bringen, bevor ihr weitere Unzillionen Druckerschwärze an Wohlfühl-, Gesundheits- und Fältchenweg-Artikel verschwendet. Der Titel würde in etwa so lauten:
“Sensationelle Entdeckung: die Migros hat auch unter der Woche geöffnet, stellenweise sogar bis acht Uhr”.
Weil was ich am letzten Samstagmorgen inmitten grauer Panther alles erleben durfte an Gedrängel, Einkaufswagenrempeln und ätzendem Hardcoresmalltalk (“Wie gahts am Rüedi? Seisch en Gruess dehei!”) ist nun wirklich geradezu obszön. Da muss man was machen. So pro-aktiv und so.
Euer mib (50 Minus)
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Liebe Universal Studios Schweiz
Eigentlich wollte ich ja eine E-Mail schreiben an eure Hauptstelle im schönen Schlieren. Aber ihr wollt offenbar keinen Kontakt mit mir. Oder irgendjemandem. Weder verfuegt ihr ueber eine Website, noch über Telefonnummern und auch nicht über dieses moderne E-Mail, oder ihr verfügt schon über so was, aber das ist alles ströng gehöim.
Existieren tut ihr aber schon auf die eine oder andere metaphysische Weise, denn irgendein Vollpfosten bei euch muss ja auf die geniale Idee gekommen sein, die kleine Filmperle “Scott Pilgrim versus the World” des bald heiliggesprochenen Regisseurs Edgar Wright (“Shaun of the Dead”, “Hot Fuzz”) nach halbjährlicher (USA) beziehungsweise monatelanger (‘Schland) Verspätung hierzulande gleichzeitig mit dem neuen Potter zu starten. Dementsprechend leer war dann auch die Premierevorstellung. Ich hatte ja trotzdem meinen Spass, zusammen mit den anderen wenigen Zuschauern, die den Streifen nicht schon, genervt von der langen Wartezeit, im August aus dem Netz geladen haben. Aber offenbar wollt ihr halt kein Geld verdienen, was in der heutigen Zeit und so kurz vor Weihnachten zwar sehr nobel ist, aber auch ein wenig blöd.
Gute Besserung
Euer mib
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mib blogt wöchentlich über Dieses und vor allem Jenes. Jeweils mittwochs, sonst halt später. Zu finden unter mib1981.wordpress.com,www.students.ch oder auf seinem facebook-profil. Er freut sich über jeden Kommentar und oder Nachricht und beantwortet diese falls gewünscht meistens freundlich.
Sie
Der Autor möchte sich an dieser Stelle in aller Form für den Textmangel der letzten Wochen entschuldigen. Er war abgelenkt, dann beschäftigt, zu faul und dann wieder abgelenkt. Er lässt sich halt gerne ablenken. Nun wird aber wieder geschrieben. Wöchentlich. Mit ein wenig Disziplin und Konzen….oh, guck mal, Schneeflocken!
Sie ist wie ein unwillkommener Partygast, der in einer muffeligen Ecke steht und von niemandem erkannt wird. Natürlich wird jeweils freundlich gegrüsst und toleriert, aber man will eigentlich nicht wirklich etwas mit ihr zu tun haben. Wer das Pech hat, sich in ihre Nähe zu verirren, schaut auf einmal betreten zu Boden, kratzt sich verstohlen am Hinterkopf, bricht unter Umständen in Tränen aus, ja, eilt gegebenenfalls sogar in Richtung Ausgang. Dann und wann blickt der eine oder andere aber doch verstohlen über den Rand des Caipirinha-Glases zu ihr herüber, mustert sie mitleidig, kichert hinter ihrem Rücken hämisch in der Gruppe, um sich Sekunden später bei ihrem Anblick wohlig zu gruseln. Man ist ja noch nicht so wie sie da und wird es auch nie sein, man hält sich fest an dieser beinahe pupsertären Ansicht, es würde ewig so weitergehen. Dann gehts auf einmal los im Freundes- und Bekanntenkreis mit dem Heiraten und dem Gebären, die vormals immer verfügbaren Studentenfreunde arbeiten nun plötzlich etwas richtiges, man bekommt von überwiegend älteren Lebensgenossen öfters hässliche Wortzusammenstellungen wie “du bist auch keine 20 mehr” zu hören. Aber man nimmt es locker-lässig, nippt wie als Antwort ein wenig am alkoholischen Getränk seiner Wahl und die merkwürdige verschupfte Partydame sieht in der Folge gar nicht mehr so abstossend aus wie auch schon, ihre einzelnen grauen Haare wirken nicht mehr gammelig, sondern zeugen von Weisheit und Abgeklärtheit, ihre Lachfältchen, Fettpölsterchen und aus der Nähe gut sichtbare Orangenhaut sind keine Makel mehr, sondern definieren ihren tiefgründigen und interessanten Charakter, machen sie zu dem, was sie ist, kurz: die 30 wird ordentlich schöngetrunken.
Ich fang jetzt auch mal besser damit an, habe ja noch ein paar Monate Zeit.
